Kolumne zum Spiel gegen Borna

Von Marco Blanke

Ein nices Spiel an einem nicen Frühlingstag

Wollen wir uns mal nicht darüber aufregen, wer keinen Bock mehr hat den Krummstab zu schwingen, sondern erfreuen wir uns an den Leuten, die noch da sind. Und das ist insgesamt ne ziemlich dufte Truppe. Wie immer eigentlich.

Neu für mich waren am Donnerstag Emilio (sprich Emijo) und Toni (der mich irgendwie an Hennersdorf und Cassebaum erinnert). Am Sonntag kam dann noch Florian dazu.

Aber mal wieder mussten wir die Leute von der Straße fegen, um wenigstens 11 Mann auf den Rasen zu bekommen. Ob sie dabei ein Holzbein haben oder blind sind oder einfach nur zufällig in der Stadt, war dabei irrelevant. Manche waren nicht in der Stadt, wussten das aber nicht.

Sei es wie es sei, wir hatten einen dankbaren Gegner vor die Brust gesetzt bekommen. Dankbar heißt jetzt nicht, dass ich überheblich bin, aber alle, die noch im Hinspiel dabei waren, wissen was ich meine.

Die Hockeyanlage versetzte mich schon sehr zurück in die Zeit, in tippe mal auf 1937, die Pferde hatten sie frisch vom Platz geholt, bezahlt wurde noch in Reichsmark.

Und dass wir da eine 0:3 Klatsche bekamen lag daran, dass wir mit Thomas, Maxe, Eierli, die bestimmt gute Hockeyspieler, aber zusammen ungefähr 200 Jahre sind und einem Mann weniger antreten mussten. Zudem waren Breschi und ich noch verletzt. Und es war ein ordentlicher Rasenplatz, den sie ja nun nicht zur Verfügung hatten.

Die Zeichen standen im Prinzip auf Sieg.

Trainer Marc stellte und ordentlich zusammen und auch ein. Es gab eigentlich nur eine Marschrichtung: Nach vorn!

Und die Sturmreihe mit Joscha, Eric und Lenny las sich ja nicht schlecht. Hinzu kamen noch Rolle und Emilio (sprich Emijo) und Marc. An individueller Klasse sollte es also auch nicht scheitern.

Vom Anpfiff weg legten wir los wie die Feuerwehr. Die erste Chance schon ungefähr nach 20 Sekunden. Ich weiß nicht wer es war, aber es war wohl schwerer, den Ball nicht im Tor unterzubringen als umgekehrt.
Und so sollte es weitergehen. Chancen im Minutentakt. Aber egal wer zuletzt am Ball war, er war unfähig die Kugel über die Linie zu drücken.
Es hätte nach 10 Minuten schon 3, 4 oder 5:0 stehen können.

Das Ausbleiben des Führungstreffers ließ unsere Aktionen fahriger werden. Des Weiteren fingen die Bornaer an eigene Angriffe zu starten. Immer nach dem Prinzip: 1er Spielaufbau. Die erste Kelle ging nach vorne. Egal ob geschlenzt oder einfach durch das Mittelfeld nach vorne gewixt. Und da unsere Abwehr diesmal nicht die sattelfesteste war, kamen sie auch in Form von einem etwas korpulenteren Zeitgenossen damit durch. Ich glaube, wenn der 20 Kilo weniger auf den Rippen gehabt hätte, wäre aus ihm mal ein ganz passabler Hockeyspieler geworden.
Das was wir uns vorgenommen hatten, funktionierte erstmal nicht. Weder die Abwehr im Spielaufbau, noch die Sturmreihe hielten sich an ihre Vorgaben. Das wurde in einer kurzen Auszeit von Trainer Marc moniert – zu Recht!

Kurz nach der Pause brach dann Joscha den Bann. Marc tanzte sich in alter Marnier über den ganzen Platz und Joscha vergoldete diesen Angriff. Endlich 1:0!

Borna startete zwar unbeeindruckt immer wieder seine „Angriffe“ – einmal musste Breschi in höchster Not retten – aber kurz vor der Pause legten wir das 2:0 nach. Torschütze? Muss wohl Lenny gewesen sein.

Dann war Pause bei diesem wirklich nicen Frühlingswetter.

Nach der Pause lief es bei uns dann auch spielerisch besser. Die Angriffe wurden von hinten raus gut vorbereitet und ausgespielt. Vorzugsweise über Rolle und über rechts, wo Prinz Eric immer wieder schöne Hundekurven hinlegte. Warum die Hundekurve heißt, weiß kein Schwein.
Wir erhöhten den Spielstand zwischenzeitlich auf 4:0, wobei zwischendurch aber auch wieder klarste Chancen liegen gelassen wurden. Ich erinnere mich nur noch an so ein Lenny-Teil, wo Zuschauer, Mitspieler und wahrscheinlich auch er selbst nur noch den Kopf schütteln konnten. Achja, Torschützen weiß ich: 3:0 Joscha nach toller Fuß-Vorarbeit von Rolle und 4:0 Marc per Siebenmeter.

Borna kam zum 1:4 nach toller Slapstick-Einlage unserer Abwehr. Aber das sollte uns bei diesem nicen Wetter nicht weiter stören. Vorerst.
Denn kurze Zeit später legten wir das nächste Tor nach. War es Eric? Oder Emilio? Keine Ahnung, bei Emilio (sprich Emijo) hatte ich den Eindruck er hätte noch 2 Stunden spielen können, die Bude war gestern nicht sein Freund.

Borna machte per Siebenmeter noch das 2:5. Irgendwer hatte Steven vorher zugerufen, er solle sich ne Ecke aussuchen. Blöd war dann nur, dass Borna-Keule ihm genau durch die Beine schoss. Aber das sollte uns nicht mehr erschüttern. Bei diesem nicen Wetter.

Erschütternd war nur noch die Verletzung von Toni, die erstmal nach Amputation aussah. Erschütternd für die Mannschaftskasse waren auch die in kurzer Zeitfolge bekommenen Karten von Marc. Erschütternd im positiven Sinne.

Seinen Einstand bei den Herren feierte Florian. Im Spiel agierte er eigentlich recht souverän. Mehr Probleme bereitete ihm sein Einstandskasten. Aber jetzt weiß er wie so ein Bier aufgemacht wird.
Und dass man, als letzter Mann auf der Bank, ruhig den Kabinenschlüssel mitbringen kann. Zumal da der durstige Mob Einlass verlangt.

Zum Abschluss kann ich nur wiederholen, dass wir immer noch eine ziemlich nice Truppe beisammen haben, die mich immer wieder zwingt, meine Abschiebung ins Hockey-Altersheim zu verzögern. Vielleicht schließt sich der eine oder andere uns ja doch noch an.
Schön war auch, dass nach dem Spiel mal wieder ein Kasten Bier geleert (nicht gelehrt, Breschi) wurde und nicht jeder gleich seiner Wege gegangen ist.

In diesem Sinne, bis demnächst! Ich lege mich erstmal wieder auf mein Nagelbett.
Und Toni, nice Besserung!

P.S.: Was war jetzt eigentlich Bierpong?

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